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letzte änderung am 12. februar 2004


Bordetellen kommen bei warmblütigen Haus- und Wildtieren vor. Diese Bakterien setzen sich besonders in den Atmungsorganen fest. Beim Hund verursachen sie Zwingerhusten, bei Katzen werden sie seltener nachgewiesen. Bei Kaninchen und Nagern verursachen sie Entzündungen der oberen Atemwege mit Nasenausfluss, der in der Folge eitrig werden kann. Wird die Infektion nicht gestoppt, kann sich eine Lungenentzündung entwickeln, die oft zum Tod des Nagers führt. Auch bei Nutztieren wie z. B. Schwein und Geflügel, lässt sich der Erreger nachweisen. Sehr häufig werden Bordetellen von anderen Keimen begleitet, die das Krankheitsbild verschlechtern.


Campylobacter (C. upsaliensis, C. jejuni und C. coli) können in die Schleimhaut des Dünn- und Dickdarmes eindringen bzw. an die Darmschleimhaut anheften und Enterotoxine und Zytotoxine freisetzen.

Symptome
Es kommt zu schleimig wässrigen Durchfällen mit frischen Blutbeimengungen durch eine Enterokolitis mit Erosionen im hinteren Verdauungstrakt. Häufig kommt es zu Darmkrämpfen und Erbrechen, die Infektion erlischt im Allgemeinen nach 4 - 10 Tagen selbst.

Diagnose
Eine Verdachtsdiagnose kann gestellt werden, indem man in einem Nativpräparat sich schnell bewegende spirillenförmige Bakterien sieht oder in einem gefärbten Kotausstrich die Spirochaeten erkennt. Zur abschließenden Diagnose muss eine mikroaerophile Kultur auf speziellen Nährböden angelegt werden.

Behandlung
Da es sich um einen Zoonose-Erreger handelt, muss eine antibiotische Therapie durchgeführt werden.


Clostridium perfringens Enterotoxin sind seit langem als Erreger von Lebensmittelvergiftungen bekannt. Clostridium perfringens kommt auch im gesunden Darm vor. Wird die Darmflora jedoch, z.B. durch Antibiotika, geschädigt oder gelangt vermehrt unverdautes Eiweiß in den Dickdarmbereich, können bestimmte Stämme von Clostridien die physiologische Darmflora überwuchern und Enterotoxine freisetzen, die zu zu akuten, chronischen und hospitalistischen Diarrhöen bei Hund und Katze führen. Dieses Toxin führt zur Änderung der Membranpermeabilität und schließlich zum Zelltod und Abstoßung der Enterozyten.

Symptome
Die Erkrankung kann in chronischen Fällen über Wochen, Monate oder Jahre bestehen bleiben und immer wieder zu Dickdarmdurchfällen führen. Charakteristisch dafür ist, dass schleimiger Kot in kleinen Mengen mit frischen Blutbeimengungen bei vermehrtem Absatzdrang ausgeschieden wird. Akute Symptome klingen meist innerhalb von fünf bis sieben Tagen ab.


Clostridium difficile Toxin A und B
Beim Menschen werden Cl. difficile bei etwa 2% der gesunden Erwachsenen und bis zu 50 % der Kinder unter zwei Jahren gefunden. Die durch Clostridium difficile hervorgerufene Schleimhautentzündung des Dünn- u. Dickdarms (Enterokolitis) tritt praktisch ausschließlich im Zusammenhang mit einer vorausgegangenen Antibiotikabehandlung auf. Es wird vermutet, dass sich für Clostridium difficile infolge der Antibiotikagabe eine ökologische Nische auftut und es durch überwuchernde Clostridium difficile Stämme zu einer Toxinproduktion kommt.
Toxin A ist ein gewebeschädigendes Enterotoxin, das zu einer ausgeprägten Flüssigkeitssekretion führt. Toxin B ist ein Zytotoxin, das zu einer Nekrose der Darmschleimhaut führen kann.

Die
Symptome der Antibiotika-assoziierten Enterokolitis beginnen meist 5 - 10 Tage nach Therapiebeginn mit einem Antibiotikum. Das Erkrankungsbild reicht von selbstlimitierenden Diarrhöen bis zu einer pseudomembranösen Kolitis, die unbehandelt beim Menschen eine Letalitätsrate von 10 - 20 % hat. Infolge der Toxinproduktion kann es zu einem toxischen Megakolon kommen, Darmperforation und Nierenversagen können die Folge sein.

Diagnose
Der kulturelle Nachweis des Keimes ist von untergeordneter Bedeutung, da er bei Gesunden und Kranken gleichermaßen vorkommt. Dem Toxinnachweis kommt eine besondere Bedeutung zu.

Therapie
Antibiotikabehandlung, gleichzeitig sollte eine ballaststoffreiche Diät verfüttert werden, mit hochverdaulichem Eiweißanteil.


Escherichia coli
Vieles deutet darauf hin, daß E. coli bei Hund und Katze ähnlich wie beim Menschen der Hauptverursacher von akuten meist selbst limitierenden Durchfällen darstellt. Es gibt sehr viele Subtypen, die in erster Linie als physiologische Darmbewohner angesehen werden, die aber pathogen werden können.

Symptome
Die durch E. coli verursachte Enteritis entsteht in erster Linie durch ein Enterotoxin, das eine sekretorische Diarrhöe verursacht. Es gibt auch einige Stämme, die invasiv wirksam sind, teilweise ist der Pathomechanismus auch nicht geklärt.

Therapie
Da es bei Hund und Katze schwierig ist, pathogene E. coli Stämme zu differenzieren, und der Durchfall meist von selbst wieder verschwindet, ist die Anfertigung eines Antibiogramms meist nicht erforderlich.


Klebsiellen sind ursprünglich Darmbakterien, die zur Bildung einer Kapsel befähigt und durch diese Tatsache besonders resistent sind. Insbesondere durch chronische Infektionen, die über einen langen Zeitraum mit Antibiotika behandelt werden müssen, etablieren sich Klebsiellen in Organen des Säugetierkörpers, an die sie normalerweise nicht gelangen können, wie z.B. der Lunge. Die durch die Besiedelung verursachten Krankheitsbilder können nicht selten zum Tod des Tieres führen, da der Keim eine auffällig hohe Resistenz gegenüber Antibiotika aufweist.


Mykoplasmen sind sehr klein, so dass sie durch Bakterienfilter schlüpfen können. Sie besitzen keine Zellwand und sind die kleinsten Mikroorganismen, die sich selbständig außerhalb der Zellen eines Organismus vermehren können (im Gegensatz zu Viren). Die für die Tiermedizin bedeutendsten Arten leben parasitär auf der Schleimhaut, vorzugsweise auf denen der Atemwege, der Harnwege, des Euters und der Gelenke. Besonders häufig gesellen sich Mykoplasmen zu Infektionen mit Pasteurella multocida. Ähnlich der Bakterien kann dieser Erreger auf künstlichen Nährmedien angezüchtet werden. Einige spezielle Antibiotika sind gegen Mykoplasmen wirksam, aber wie auch Bakterien kann dieser Erreger eine Resistenz gegenüber den Wirkstoffen entwickeln.


Pasteurella multocida kommt bei nahezu allen warmblütigen Tieren vor. Häufig ist eine chronische Besiedelung der Schleimhaut der oberen Atemwege, wo sie oft lauern, ohne irgendwelche Krankheitssymptome zu verursachen, bis ein zweiter Erreger hinzukommt und das Abwehrsystem ausreichend schwächt. Pasteurella tritt häufig in Gesellschaft mit Bordetellen auf. Das Bakterium befindet sich häufig im Speichel der Tiere und kann bei Hunde- oder Katzenbissen auf den Menschen übertragen werden. Es löst unter anderem den Kaninchenschnupfen und den Dreh- bzw. Schiefhals beim Kaninchen aus. P. multcocida kommt bei Hunden und Katzen vor, auch bei Tierärzten und Menschen, die in engen Kontakt mit Tieren stehen, konnte dieser Erreger im Rachen und in den Atemwegen isoliert werden.

Bislang ging man davon aus, dass die Bakterien für Menschen ungefährlich sind. Inzwischen sind jedoch zumindest drei Fälle in der Medizin dokumentiert, bei denen dieser Erreger eine Rolle spielte und verschiedene Erkrankungen, wie schwere Entzündung des Mittelohres unter Beteiligung der umliegenden knöchernen Strukturen oder Blutvergiftung oder Hirnhaut- und Gelenksentzündung diagnostiziert wurden.

Obwohl derartige Komplikationen sehr selten sind, sollten Bisswunden beim Menschen ernst genommen werden und sorgfältig versorgt werden. Vor allem Kleinkinder und Menschen mit geschwächtem Immunsystem, die innigen Kontakt zu Haustieren pflegen sind anfällig. Häufiges Händewaschen und das Vermeiden von Kontakten, in dem der Mensch mit dem Speichel des Tieres in Berührung kommt, sind äußerst empfehlenswert.


Salmonellen können als opportunistische Erreger sowohl bei gesunden als auch bei an Diarrhöe erkrankten Hunden nachgewiesen werden. Katzen scheinen eine weitaus größere Resistenz zu besitzen. Als invasiver Keim können Salmonellen das Darmepithel angreifen und die Darmwand schädigen.

Symptome
Alle Anzeichen einer Enteritis (akute Darmentzündung), in einigen Fällen auch Anzeichen einer Septikämie.

Therapie
Bei subklinisch verlaufenden Salmonellen Infektionen ist eine antibakterielle Behandlung nicht erforderlich.


Staphylokokken sind kugelige Bakterien. Gutartige Stämme findet man sehr häufig auf der Haut von Mensch und Tier. Einige aggressive Stämme können eitrige Infektionen der Haut, des Nasenraumes und der Nebenhöhlen bis hin zur Lungenentzündung verursachen. Von einem Primärherd, z. B. einer simplen Halsentzündung, ausgehend, kann der Erreger über die Blutbahn Erkrankungen des Herzmuskels oder sogar Blutvergiftung verursachen. Einige Bakterienstämme produzieren Giftstoffe, die zu Nahrungsmittelvergiftungen führen können. Dieses Bakterium zeichnet sich durch besonders hartnäckige Resistenzen gegenüber Antibiotika aus.

Beim Menschen sind Lebensmittelvergiftungen aufgrund von Staphylokokken wenig ansteckend, da nicht das Bakterium selbst, sondern die von Staphylococcus aureus produzierten Enterotoxine für die Erkrankung verantwortlich sind. Der Erreger, Staphylococcus aureus, ist Koagulase-positiv, Gram-positiv, unbeweglich, aerob oder fakultativ anaerob und erzeugt Enterotoxine. Das Toxin wird in kontaminierten Lebensmitteln gebildet. Es sind 7 Typen von Enterotoxinen bekannt. Bestimmte Stämme können zwei oder drei verschiedene Enterotoxine bilden. Staphylokokken müssen über 100°C und länger als 30 Minuten erhitzt werden, um sie zumindest teilweise abzutöten. Ihre Abtötung ist durch die Pasteurisation nicht vollständig gewährleistet und sie überleben in getrockneten und gefrorenen Lebensmitteln sehr lange.

Haustiere reagieren weniger sensibel auf die Wirkung des Enterotoxins. Bei Kühen treten Mastitiden, bei Hunden Hautinfektionen wie Pyodermie, Impetigo, Follikulitis und Furunkulose und beim Geflügel Pyodermien und Septikämien auf.

Die Verbreitung ist weltweit, hauptsächlich da, wo Hygiene vernachlässigt wird. In Krankenhäusern treten zudem verstärkt Probleme mit Antibiotikaresistenzen auf.

Beim Menschen erfolgt die Ansteckung mit S. aureus hauptsächlich durch erkrankte Personen. Staphylokokken sind im Rhinopharynx und in der Haut verborgen. Ein mit diesen Bakterien infizierter kontaminiert die Umwelt durch Husten, Spucken, Niesen oder durch Berühren von Lebensmitteln mit den Händen, auf denen sich Läsionen mit Staphylokokken befinden können. Die pathogenen Staphylokokken tierischer Herkunft sind für Lebensmittelvergiftungen weitgehend bedeutungslos; Lebensmittelvergiftungen aufgrund von Staphylokokken-Enterotoxinen sind in den meisten Fällen auf humane Staphylokokken nach Lebensmittelkontaminationen zurückzuführen (Nase, Hände, Hautläsionen). Es ist möglich, tierische Enterotoxinstämme in der Milch und in Milchprodukten (Käse) nachzuweisen. Die Bedeutung der Antibiotika-resistenten Stämme bei Tieren, die Medizinalfutter mit Antibiotika erhielten, muss hervorgehoben werden; eine Übertragung dieser Stämme auf den Mensch ist möglich. Verschiedene Lebensmittel und Speisen sind Vektoren der Toxine, namentlich Fleisch, Geflügel, Fisch, Süßspeisen. Nach einer Kontamination von Lebensmitteln müssen sich die Staphylokokken vermehren können, um genügend Toxine bilden zu können. Die Toxine werden auch beim Kochen nicht zerstört, Toxine können deshalb auch vorkommen, wenn keine Staphylokokken nachgewiesen werden können. Die Pasteurisierung der Milch genügt nicht, wenn die Toxine vorher gebildet worden sind, da sie thermoresistent sind. Deshalb ist Hygiene von großer Bedeutung.

Bei Tieren wird unter natürlichen Verhältnissen keine Toxi-Infektion des Verdauungstraktes diagnostiziert; experimentell kann allerdings bei Affen, Hunden und Katzen Durchfall provoziert werden. Bei Staphylokokken-Infektion wird der Keim ab eitrigen Wunden oder ab Mastitis durch direkten Kontakt, über kontaminierte Gegenstände, Aerosole oder Milch übertragen. Die Übertragung von einer Art zur anderen ist selten.

S. aureus kann nicht aus der Umwelt eliminiert werden, deswegen sollte auf

  • Küchenhygiene (und Hygiene im Allgemeinen) und
  • Kühllagerung von Lebensmitteln bis zum Verbrauch, um die Keimvermehrung und Toxinbildung zu vermeiden

geachtet werden.


Bei den Streptokokken handelt es sich um kettenförmig angeordnete Bakterien, deren besonders aggressive Artgenossen in der Lage sind, das Blut zu zersetzen. Sie bevölkern unter normalen Bedingungen die Schleimhäute, können aber eitrige Entzündungen der Haut, der Mandeln und des Rachenraumes sowie des Mittelohres verursachen. Gelangt dieser Keim in die Blutbahn, so kann das Bakterium Verursacher für Gelenk-, Lungen-, Nierenbecken- und Herzmuskelentzündungen sein. In seltenen Fällen kann sich eine Hirnhautentzündung anschließen. Die Behandlung mit Antibiotika ist im Anfangsstadium erfolgreich.


Yersinia enterocolitica und andere Yersinien (z.B. Yersinia pseudotuberculosis) sind weit im Tierreich verbreitet. Mutmaßliche Infektionsketten Tier-Mensch konnten bisher weder kulturell noch serologisch eindeutig belegt werden, deshalb werden die enteralen Yersiniosen auch den Saprozoonosen zugeordnet.
Im Kot gesunder Schweine, Hunde und Katzen aber auch in Nahrungsmitteln tierischen Ursprungs können Yersinien nachgewiesen werden.

Symptome
Bei erwachsenen Hunden führten experimentell durchgeführte Infektionen zu keinen gravierenden klinischen Symptomen, dagegen kam es bei Welpen und Junghunden zu mehrwöchig dauernden Diarrhöen, Tenesmen, Blutauflagerungen und Schleimbeimengungen. Im Gegensatz zum Menschen traten in keinem Fall systemische Krankheitsanzeichen auf.

Diagnose
Eine sichere ätiologische Diagnosestellung ist nur durch einen gezielten Erregernachweis aus dem Kot, aus Schleimhautproben oder Lymphknoten möglich. Es kann auch ein Antikörpernachweis im Serum geführt werden.

Therapie
Eine Therapie ist in der Regel nur bei klinischen Symptomen erforderlich bzw. wenn eine Gefährdung der Besitzer zu befürchten ist.

 

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