Home
Freddie
1997
1998
1999
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006
2007
2008
Externes 
Tagebuch
1999

 letzte änderung am 20. Februar 2003


abends halb fünf - irgendwo in deutschland ...


sternzeit 892,3

der Freddie ist ein großer jäger vor dem herrn - ich pflege immer zu sagen: er jagt alles von der kakerlake bis hin zum elefanten - und darf daher nur an ausgewählten orten frei laufen. ein solcher ist ein "soweitduguckenkannst" freies feld zwischen Würzburg und Rottendorf (da wo die JVA ist). einmal die woche gehe ich dort mit einer freundin und deren 2 "kampfratten" gassi, so auch heute kurz vor der abenddämmerung. da ist jagdzeit bei Freddie! wir also zu viert (freundin, deren mann und sohn – und ich) mit den 3 hunden losgedackelt.


                            


ihre beiden hunde – zwergschnauzermix-mädchen und dackelmix-bube – haben während des ganzen spaziergangs wie wild getobt und miteinander gerauft. die beiden haben momentan recht wenig auslauf, da frauchen frisch aus dem krankenhaus kommt und nach ihrer operation noch nicht wieder so recht auf den beinen ist. man kann sich also wohl vorstellen, was da geboten war. meiner – er ist ja kein held, sondern hält sich immer von dem buben fern, weil der ihn zwischendurch immer wieder mal anpöbelt – war immer so im umkreis von 50 metern um uns herum am schnuppern, mäuse ausgraben, irgendwas am anschleichen und mit großem mäusesprung am jagen. plötzlich springt 2 meter vor der schnauze von Lindamaus ein feldhase auf! sie hinterher! full speed und mit dem für sie typischen "hetzbellen", das jeden jäger im umkreis von 2 meilen auf sie aufmerksam machen würde! Gabi voll in panik – dem herzinfarkt nahe: der Freddie geht ab! und der Freddie ist schnell! der hat mal einen sloughi gejagt (na gut, gekriegt hat er ihn letztendlich doch nicht *ggg*). Freddie guckt von seinem mäuseloch in ca. 20 – 30 m entfernung hoch (also keine chance, ihn zu kriegen, wenn er abhaut), spitzt die ohren und läuft hinter Linda her. noch nicht so voll in fahrt, eher hoppelnd: "na-da-will-ich-doch-mal-gucken,-was-die-so-interessantes-gefunden-hat". ich mache natürlich sofort das, was man NICHT machen soll: ich plärre los! "FREDDIE" (mit mindestens 3 ausrufezeichen). er setzt sich auf seinen pelzpopo, dreht sich um, guckt mich an, steht wieder auf und hoppelt weiter – nimmt aber so langsam fahrt auf – er hat den hasen jetzt auch gesehen (HA – ABENDESSEN – HINTERHER)! ich schreie noch lauter: "FRIEDRICH" (diesmal mit 5 ausrufezeichen und mit leicht hysterischem unterton). da dreht er sich doch tatsächlich um und kommt zu mir! ich schwörs euch! kommt her und setzt sich ganz artig vor mich hin, so als wollt er sagen: „was schreiste denn so? ich bin doch bei dir“! und wedelt dabei freundlich mit dem schwänzchen: „war das fein? habbich mir jetzt was verdient???“. in der zwischenzeit ist der schnauzermix nur noch ganz klein am horizont zu sehen – hören tun wir sie allerdings nur zu deutlich - wir haben sie 5 minuten lang beobachten können, wie sie reviert und gesucht hat, kreuz und quer, dann kam sie wieder. ich hab meinen Freddie total selig an die leine genommen und gaaaaanz dicke gelobt und ihm erzählt was er doch für ein toller hund ist. der hase hat ihn da aber schon gar nicht mehr interessiert, er war schon wieder am rumschnüffeln und graben ...
zuhause hab ich ihn dann mit rinderfilet vollgestopft. ich weiß, ich weiß .... aber er musste doch unbedingt was besonderes kriegen und ich hatt leider nix mehr anderes im kühlschrank ... da hat er sich halt opfern müssen ... *ggg*

ich glaub, die nächsten tage musste ich mich bücken, sonst hätt ich durch keine tür gepasst ...


                              


nachtrag fast tausend "sternzeiten" später:
der Freddie lässt sich mittlerweile zu 75 % abrufen – das ist mir aber zu wenig, deshalb gehen wir in „gefährlichem“ gelände entweder an der langen leine oder mit der disc gassi.
damit jetzt aber keiner denkt, der „arme kerl“ hängt nur an der leine: einmal am tag – manchmal auch zweimal – fahren wir an den main: an den sogenannten "Waschplatz" oder zum "Graf-Luckner-Weiher" und dort kann er sich austoben, rennen, mit anderen hunden spielen, mäuse graben. dort habbich die leine nur zur zierde umhängen (oder aber - meistens - gar nicht dabei).
am waschplatz hatter auch seine eisenbahn, der er immer „auflauert“ und die er dann jagt – er auf der einen fluss-seite, die eisenbahn auf der anderen - mit dem einen zug hin, mit dem anderen her. ich bräuchte mich eigentlich nur hinzusetzen und ihn rennen zu lassen ...
er ist am "Waschplatz" mittlerweile bekannt wie ein bunter hund und von dort unten rührt auch sein spitzname „IRONHORSE“ *ggg*

nach oben