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Januar 2008

letzte änderung am 11. februar 2008
 

sternzeit 3.896,11

gleich am erschdn daach vom neue jahr hammer den Onkl Manfred besucht. lang durchn bark binnich mit der alten gelaufn, dassich richdich mühd war und froh, wie ich in mei audoh krabbl hab könn und mich nei mei körble leech. wie die alte widderkommn is, wars scho dunkl, aber des habbich garnet mitkriecht, so fest habbich gschlaafn.

am näxtn daach simmer dann in Rimbahr mitm Flocke gassi gangn. die Joy war noch dabei und die zwei haskis und der Sly und der Hugo. wennich net dauernd die alte am schdrick hätt hab müss, wär des noch schöner gewesn, aber da kannste halt nix mach. hinterher sinn ich und die Joy noch beim Flocke ghockt und die zwei sinn rumgerennt und hamm gschbielt und die zweifüsser hamm getraatscht.


sternzeit 3.908,11

heut hat unser neus audoh es erschde mahl auf der audohbahn rummrenn müss und die alte hat angst kappt, dasses ausrutschen duht, aber swar garnix und sis alles gut gangn. die versammlung, wo die alte mit der Edith hingangn is war schdinklangweilich und ich war auch – na ja, wie immer halt – der einziche hund und hab mich in meim korb schö gelangweilt, außer, wie mir draußn rumgelaufn sinn. da wars scho indressant, weil da fährt die eisnbahn und die hättich mir am liebstn gfangt, aber ich bin net hinkommn, die eisnbahn is eingschberrt gewehsn.

am andern daach warn mir widderemahl unterweechs, ich und die alte ...
... und hammen käsch gsucht ...
... naja, eichndlich hat blohs die alte nachm käsch gsucht, ich dapp halt mittere in die bodahnik rumm und such MEI zeuch ...

dafür guckt die alte vorher in ihrn kombuhder nei - und schaut sich des, wo mir hinmüssn auf guuchl ööhrss und auf guuchl mäbbs an, weil da schdehn die kohordinahdn drinn, womer hinmüssn. die schreiptse dann in unser gerähdle nei (ihr wisst scho, des, des wo mit uns redd) und des sacht uns dann, womer hinmüssn ...
... habbich euch ja scho öfdersch derzählt, gell ...?

also, heut simmer nach Kürnach gfahrn, weil da hat die frau in im gerähdle gsacht, dassmer hinmüssn ...
... und wiese gsacht hat: "Sie haben Ihr Ziel erreicht", simmer anghaltn und sinn naus ...

weil mir ganz nah an die schdraahs warn, hat die alte am schdrick bleib müss - des war schoneweng läsdich, weil dann kannich halt net so, wie ich will, die karnickl nach und die hasn ...
... aber naja, ich bin ja flexiebl, ich kann mich arrangschier - habbich halt mäus gsucht, sinn ja genuch da allawall ...

was soll ich euch saach ... ?
... zuerschd simmer die schdrahs naufgelaufn - die alte des gerähdle mit dere frau drinn immer in der hand ...
... und nachere zeit simmer die schdrahs widder nuntergelaufn, weil mir hamm eichndlich kei soe richdichs gerähdle, des wo mer fürs käschn brauch däht, sondern müssn uns behelf und mehr rumsuch, weil soo genau is unser nawidingsbumms net, wie die dschie-pie-ess-dinger.

mir hamm jedn schdein umgedreht – ich weechn die mäus und die alte weechn dem käsch ...
… sinn in jedn busch neigekrochn – einmahl is die alte ball auf mich draufgfalln, weilse übere wurzl gschdolbert is …
… nix …!
… in jeds astloch hammer neigeguckt und in alle röhrn – aber da hammer auch in die röhre geguckt …

tja, was willmer mach ... ?
... mir hammne net gfundn, den käsch und wir mir aufgebn hamm, warnmer alle zwei ganz arch dreckich …

ganz in der näh liecht noch e käsch und da simmer dann hin – des is brackdisch gewesn, weilmer des audoh schdeh lass hamm könn und über die wiesn zum andern käsch hinlauf hamm könn ...

der andere käsch is in oder bei em kleine kirchle verschdecklt …
... und da simmer dann drumm rumgelaufn und hamm alles abgsucht …
… hamm überall neigeglotzt, schdein umgedreht und widder brav hingeleecht, damit nix kabuttgeht ...
... aber swar dann scho zu dunkl, die alte hat nixmehr seh könn und drum simmer widder zurückgelaufn zu meim audoh und sinn heimgfahrn ...
... mir hamm zwahr noch mehr kohordinahdn dabeikappt - die alte hat immer en haufn davon dabei - aber die fürcht sich doch, im dunkln draußn, ganz alleins in die bohdanik, die feiche sau …
... also ICH hätt mich ja net gfürcht, aber was willste mach, so sinnse halt, die zweifüsser ...

naja, swar aber eichndlich auch wurscht, weilich scho mühd war vom mäussuchn und rumschnuffln. daheim habbich mich dann erschdemahl in mein korb geleecht unde runde gschlahfn …

dschüss, hünd, ich wünsch euch en haufn guddelichs und schaut, dasse euch net zu arch drangsaliern, euer zweifüsser …
 
e baar daach schbähter simmer nochemahl hingfahrn und hamm den käsch bei dem kleine kirchle gfundn …


beim käschn simmer innere altn diskodehk rumgekrochen …
… da iss irchndwannemahl e feuerle drin gewesn und dann war alles kabutt …
… und so hats da drin auch ausgsehn …
… ganz schwummrichs licht war und überall warn scherbn aufm bohdn geleechn und mer hat aufbass müss, dassmer sich net die füss aufschneid …
… die fenster hammse neigschlaachn und überall die wänd angemahlt mit kraffitti …
... mäus wohne viele drin und rattn, sonst gibt’s da nix mehr drinne - …
… doch …
… irchndwo habbich e bett liechn gsehn unds hat nach zweifühser gerochn – da muss einer drin wohn in dere ruihne …
… mir sinn net lang dringebliebn, weil die alte sich gfürcht hat …
… und weil blötzlich die äußere dühr zugewesn is unds so komische geräusche gebn hat und ghallt hat, simmer ganz schnell widder naus ausm „grachlaadn“ …

ICH hab mich scho gfreut, dassmer widder drausn warn und ich auf die wiese rumschnuffl gekönnt hab …
… müssemer doch noch zu dere schleuse in dünggersheim fahr … !
… da womer durch die dreppn durchguck kann und durch den schdeech, womer obn drüberläuft übers wasser auf die andere seite vom main …
… und wos in die pfohdn wehduht, wemmer drüber läuft …
… aber die alte kennt ja da kei erbarmn und draach hatse mich auch net woll …
… habbich lauf müss, ganz vorsichdich binnich da nauf- und drübergschlichn und widder die dreppn nunter …
… puh …, war ICH froh ….
… da hammich die ziechn auf die wiese garnimmer so richdich indressier könn, so fix und ferddich warich …
 


aber net, dass ihr denkt, mir käschn blohs noch …
… nääh …, mir warn auch widder in die röön …
… und sinn da rumgelaufn und hamm viecher geguckt und dann simmer widder nei unser wirtschaft gangn und hamm unterm disch geleechn und uns ausgeruht, weilmer mühd warn …
… gebahdn hammer net, weils dazu sogar dem Chris zu kalt war, aber swar auch so schö, im wald isses immer schö, da find mer immer zeuch und sbuhrn und so …
… naja, ihr wissts ja eh scho …
… von der röön habbich euch ja scho soooo oft derzählt, des däht euch blohs langweil, wennich euch die einzlheitn alle aufzähl woll däht …


 

sternzeit 3.917,11

08 Horst

Horst

16. März 1944 – 22. Januar 2008

 

es gibt momente im leben,
da steht die welt für einen augenblick still
und wenn sie sich dann weiterdreht,
ist nichts mehr wie es war

(verfasser unbekannt)
 

naja, und dann is noch der Onkl Horst gschdorbn und die alte hat ganz arch viel heul müss und irchndwann simmer ganz frühs aufgschdandn und sinn mit der Tante Helga nauf gfahrn, da wo der Onkl Horst gewohnt kappt hat …
… davon kannich euch aber net so arch viel derzähl, weil da habbich ganz viel im audoh sitz bleib müss …
… außer bei der Tante Helga in ihrer wohnung und in die wirtschaft, wo die alte sich mit viele leut gedroffn hat und viel geredd worn is und gessn …
… abnds simmer dann in unser hodell …
… und vorher simmer lang durchn wald gelaufn, weil unser hodell war middn im wald geleechn …
… und weilmer von unserm zimmer direkt naus gekönnt hat in demm hodell sein gartn nei, habbich da abnds und am näxtn früh schö drinne rumschbring gekönnt …
… hünd, ich sachs euch … !
… was in dem gardn so alles abgeht … !
… boah …, ich will auchen gartn middn im wald, wo die hasn rumhüpfn und die andern viecher middn am hellichtn frühs blötzlich vor dir schdehn und dich blöhd anglotzn …
… ich hab aber garnix mach könn weil, weil der gardn kein zaun drumm rumm kappt hat, hat die alte aufgebasst, wo ich hinrenn …
… und hat mich gschdöhrt, wie ich grad des bäbi von dem viech fast kappt hätt …
… naja, die alte von dem bäbi hat mich dann auch fast kappt mit ihrene hörner – aber ich bin ja gottseidank doch noch recht gut auf die fühs und hab unter den altn waachn nunterschlupf könn …
… und da isse net hinkommn – ällebäätsch …
… und dann is ja auch die alte kommn und hatse verscheucht – eichndlich hattsese net verscheuch woll, sondern blohs foddografier …
… aber des hat die viechmamma net hab woll undse is dann mit ihrm bäbi ganz schnell verschwundn …
… und nachm frühschdück simmer widder heimgfahrn …
… ach ne …, halt …, erscht hammer noch die rakeede gsucht …
… des is auche käsch, weil die alte gemeint hat, sie braucht en käsch zur erinnerung an Onkl Horst in Emsdeddn …
… und in den käsch hattse neigschriebn „tuck nassing, left nassing in Emsdeddn“ und gheult hattse dann auch widder ewich lang …

 

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